Reise-Ratschläge, auf die die Gott sei Dank nie gehört habe

und welchen ich immer beherzige

Wenn ich meine Reisepläne mit meinem Umfeld teile, bekomme ich immer unterschiedliche Reaktionen. Mittlerweile kann ich sie bei bestimmten Menschen auch schon erraten und weiß in welche Richtung die Antwort dann ausfällt. Viele Reaktionen werden dann auch direkt in Fragen verpackt: Kannst du nicht woanders hinfahren? Ist das nicht gefährlich? Ist das denn nicht langweilig? Zugegebenermaßen kommt die letzte Frage eher von ebenso reisefreudigen Menschen wie mir, deren Urlaube in der Regel aus abenteuerlichen Rundreisen bestehen. Mittlerweile habe ich gelernt abzuwägen welche Ratschläge ich beherzigen möchte und wo ich mich lieber auf mein Bauchgefühl verlasse. Wenn ich dabei einen bewusst missachte, gehe ich auch das Risiko einer negativen Erfahrung ein. Aber damit muss ich dann wohl leben. Und aus Erfahrungen lernt man ja bekanntlich.

Meer La Gomera, im Vordergrund dunkle Steine

Mir ist bewusst, dass viele der Ratschläge, die ich gelegentlich höre, durchaus gut gemeint und ein Zeichen von Empathie sind. Das ist prinzipiell eine gute Sache und für mich bedeutet das, dass sich mein Gegenüber in gewisser Weise Gedanken um mich macht – auch wenn das in meinen Augen nicht immer notwendig ist. Ich halte es bei den meisten Dingen mittlerweile mit dem Sprichwort: „Versuch macht klug“ und probiere Dinge aus, um mir ein eigenes Urteil bilden zu können. Es gibt den ein oder anderen Ratschlag, bei dem ich froh bin, dass ich sie nicht befolgt habe, denn ich bin mir sicher, dass ich viele Erfahrungen dann vermissen würde.

Iss nicht aus den Garküchen und nichts rohes, sonst wirst du krank

Ganz klassischer Ratschlag und Essen ist für viele ein großes Thema. Bauchkrämpfe, Übelkeit und Durchfälle werden aktuell auch „Bali Belly“ bezeichnet, vor allem, wenn es um das Essen in tropischen Ländern geht. Diesen Ratschlag bekam ich einmal, bevor ich nach Vietnam aufbrach. Ich war leicht erschrocken, schließlich ist Vietnam bekannt für sein überaus gutes Essen und Streetfood. Und bei meinen vorherigen Reisen in die Türkei, Tunesien und Ägypten, bei denen sich viele schon einmal den Magen verderben, hatte ich gar keine Probleme. Mein Magen scheint also ziemlich robust zu sein.Und da habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, mich in Vietnam durch Streetfoodstände, Märkte und Imbisse zu schlemmen. Auch das frische Obst habe ich mir gegönnt und keinerlei Probleme gehabt. Bei den herzhaften Gerichten habe ich beschlossen auf rohes Fleisch und Fisch zu verzichten, nachdem eine Frau in Hanoi direkt vor meinen Augen bei 30 Grad Schweinefüße zerteilt hat. Ich wollte es ja auch nicht überstrapazieren. Aber rückblickend bin ich froh über die ganzen tollen Gerichte, die ich auf meinen Reisen problemlos essen konnte. Als ich tatsächlich mal etwas Magenprobleme hatte, war indisches Essen mit sehr vielen Gewürzen im Spiel. Beide Male handelte es sich im Übrigens um Essen in ganz passablen Restaurants.

Fahr dort nicht hin, das ist viel zu gefährlich

Der Klassiker, vor allem wenn ich als Frau alleine verreise. Diesen Ratschlag habe ich mit Abstand am häufigsten von meiner Familie gehört. Verständlich, denn die macht sich ja am meisten Sorgen um mich. Aber ich habe diesen Ratschlag nie angenommen und meine Reiseplanung nicht angepasst. Malaysia, Vietnam oder Myanmar – ihnen war bzw. ist es immer lieber, wenn ich in Europa bliebe. Die genannten Länder in Asien waren aber auch für mich als alleinreisende Frau unkompliziert und sicher.

Heute ist die Situation in Myanmar natürlich eine völlig andere, aber als ich in 2019 während einer friedlichen Phase der Öffnung vor Ort war, war der Respekt vor mir als westlicher Frau riesig groß und ich habe überaus freundliche Menschen kennen lernen dürfen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass mir auch in Europa oder in Deutschland etwas passieren kann. Bevor ich ein Land für meinen Solotrip wähle, recherchiere ich die Bedingungen und lese Erfahrungsberichte. Frage Menschen, die schon dort waren und versuche mir ein Bild von der Reise zu machen und treffe dann meine Entscheidung, ob ich alleine dort hin reisen kann. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist nie verkehrt, nichts desto trotz höre ich bei der Wahl meiner Reiseziele weiterhin auf mein eigenes Bauchgefühl und meine Erfahrungen.

Achtung FOMO – Das musst du dir alles angucken

Vor allem bei Urlaubszielen, das Menschen um mich herum schon kennen, bekomme ich immer wieder Tipps, was ich mir alles anschauen soll. Und natürlich mache ich mir auch in der Vorbereitung auf meine Reise Gedanken über all das, was ich mir ansehen möchte.Sei es ein Museum, ein Gebäude oder ein besonderer Foodspot. Ich liebe es mich vorher mit meinem Reiseziel zu beschäftigen und einen groben Plan zu erstellen, wie ich meinen Urlaub gestalte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich mich vom „FOMO“ freigemacht habe. Die Angst, etwas zu verpassen (Fear of missing out) ist keine Angst mehr. Ich wähle nur noch bewusst Dinge aus, die ich mir ansehe.

Gerade bei Städtereisen gibt es einfach viel zu viel zu entdecken. Wenn ich nur zwei oder drei Tage irgendwo bin, muss ich Prioritäten setzen und gewisse Sehenswürdigkeiten hinten anstellen. Schließlich habe ich Urlaub und will die Atmosphäre meines Urlaubsziels genießen und nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen. Mittlerweile lasse ich auch mal den einen oder anderen Spot links liegen und setzte mich lieber in ein Café oder in einen Park und lasse den Ort einfach wirken. Für mich ist es ok sich nicht möglichst viel in kürzester Zeit anzugucken. Ich genieße lieber in Ruhe meinen Urlaub und mache mir weniger FOMO Stress.

Prag Kleinseite straßenszene

Pass auf dich auf

Es gibt auch einen Ratschlag, den ich immer beherzige und das ist „Pass auf dich auch“. Ähnlich wären auch „komm heile wieder“ oder „schönen Urlaub“. Ich versuche natürlich immer einen schönen Urlaub zu verbringen. Nicht umsonst wird Urlaub auch als „schönste Zeit des Jahres“ bezeichnet. Und ich passe immer bestmöglich auf mich auf. Mal davon abgesehen, dass es doch auch wenig Sinn ergibt nicht auf sich selbst aufzupassen, denn jede*r möchte ja heile wieder nach Hause kommen. Das bedeutet unterwegs aufmerksam sein, keine großen Risiken einzugehen und seine eigenen Grenzen kennen. Gerade wenn ich alleine unterwegs bin, habe ich gelernt auch mal etwas nicht zu machen oder nein zu sagen.

Generell bin ich immer dankbar für Reise-Ratschläge. Es gibt immer das ein oder andere, was ich gerne annehme und von dem ich dann etwas positives mitnehme. Ich bin so frech und suche mir das beste für mich heraus. Auch ich werde gelegentlich nach Tipps und Ratschlägen zu Reisezielen, Gepäck oder Erfahrungen über das Alleinreisen gefragt und ich teile sie auch gerne (alle die, die nicht fragen, können ja ohnehin alle meine Ratschläge hier auf dem Blog nachlesen 😉 und jede*r kann selbst entscheiden, was er/sie daraus macht und den ein oder anderen Tipp für sich selbst und an die eigenen Vorlieben anpassen.

Copyright Titelmotiv: Robin Noguier auf Unsplash

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