6 Gründe warum Madeira nicht nur eine Insel für Rentner*innen ist

Von wegen angestaubt, darum ist Madeiraurlaub hip und trendy

Madeira hat einen etwas angestaubten Ruf und wird oft als „Rentnerinsel“ verschrien. Und so habe ich auch am Flughafen schmunzeln müssen, als ich die Halle mit den Check-in Schaltern betrat. Denn wo die Schlange für den Flug nach Funchal sein sollte, war unschwer an zwei Dingen zu erkennen: dem fortgeschrittenen Alter der Passagiere, die auf den Check-in warteten und an der Tatsache, dass fast 90% der Menschen in der Schlange Wanderschuhe trugen. Damit war schnell klar, die allgemein herrschenden Klischees werden auf meiner Madeirareise schon am Flughafen erfüllt. Aber schon kurz nach meiner Ankunft und den ersten Eindrücken kann ich sagen: Madeira ist viel mehr als eine Insel für Rentner*innen und warum das so ist, dass erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

1. Madeira ist ein absolutes Naturparadies

Die Insel im Atlantik ist wirklich etwas für Naturliebhaber. Egal ob die bunten Blumen, die überall liebevoll in den Gästen gepflegt werden oder wild den Straßenrand verschönern, oder die grünen, steilen Berghänge. Schroffe Klippen, die sich aus dem Wasser erheben oder das türkisblaue Meer. Überall möchte man unterwegs anhalten und die Aussicht genießen. Im Osten erlebst Du die karge Mondlandschaft von Ponta de São Lourenço, während sich im tropischen Garten Monte Palace in Funchal die volle Farbenpracht der unterschiedlichsten Blumen präsentiert. Unzählige Male stockt Dir der Atem wenn Du die Besonderheiten der Insel entdeckst. Durch die isolierte Lage mitten im Atlantik ist hier ein eigener kleiner Kosmos entstanden, der kaum Wünsche offen lässt. Und das ist wirklich völlig altersunabhängig. Ins Staunen kommt hier jeder, ob Rentner*in oder nicht.

2. Das Durchschnittsalter des deutschen Wandernden…

ist seit einigen Jahren deutlich gesunken. Bis vor ein paar Jahren wanderten nur ältere Herrschaften, wohl auch einer der Gründe warum Madeira so als Rentnerinsel bekannt wurde. Das hat sich mittlerweile geändert und immer mehr Jüngere haben den Weg auf die Wanderwege gefunden. Und nein, um das Thema Wandern kommt man bei Madeira einfach nicht herum. Es gibt zahllose markierte Wege unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Und tatsächlich haben wir unterwegs auch alle Altersklassen getroffen. Im Prinzip gehören der oben genannte Grund Nummer eins „Madeira ist ein absolutes Naturparadies“ und dieser des Wandermekkas direkt zusammen. Denn in einer so schönen Natur lässt es sich natürlich auch sehr gut wandern.

Die Insel entdeckt man tatsächlich sehr gut zu Fuß. Spätestens seitdem das Coronavirus uns zwang unsere Umgebung zuhause kennen zu lernen, haben viele die Wanderschuhe entdeckt. Und darum sind es längst nicht mehr nur die Rentner*innen, die sich auf den Weg nach Madeira machen. Vielleicht muss man es hier einfach als „Aktivurlaub“ verpacken und schon ist das Renterimage auf und davon.

3. Madeira, Heimat zahlreicher Instaspots

Heute ist es bei der Vermarktung vieler Reiseziele wichtig, dass man viele „instagrammable places“ vorweisen kann, also besonders schöne und fotogene Orte. Diese landen dann im Internet und ziehen weitere Touristen an. Über die Fokussierung und Folgen solcher gefragten Plätze (früher sagte man eher Sehenswürdigkeiten“) lässt sich sicher streiten. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die zahlreichen und wirklich teilweise unglaublich schönen Bilder Madeiras in den sozialen Medien ein gewisses Fernweh auslösen und einen schnell ein Flugticket buchen lässt. Seitdem Madeira immer präsenter bei z.B. Instagram zu finden ist, kommen immer mehr jüngere Touristen auf die Insel und wollen eben genau die Orte auch entdecken, die sie dort gesehen haben.

Auch mir ging es bei einigen Fotos nicht anders. Ein Beispiel ist ganz klar der mystische Wald Fanal mit den knorrigen Lorbeerbäumen oder der Cascata dos Anjos, ein Wasserfall, der sich direkt auf der Straße ergießt. Oder auch ein Spaziergang oder eine Wanderung am Pico do Arieiro, wo Du magisch über den Wolken laufen kannst. Während auf den Fotos meist nur man selbst zu sehen ist, wartet in Wirklichkeit schnell mal eine Schlange an dem Spot, weil sie auch das „perfekte“ Foto machen wollen. Und eines steht fest: Die Landschaften, Aussichten und Instagram Hotspot auf Madeira gehören für mich ziemlich weit nach oben auf die Liste der Orte, die mich beeindruckt haben. Auch wenn sie teilweise schon ziemlich überlaufen sind.

4. Quirlige Streetart

Madeira hat sich selbst verjüngt und ist durchaus hip geworden. Unabhängig von denn natürlichen Gegebenheiten, die alle Altersgruppen ansprechen, gibt es auf der Insel moderne Streetart zu entdecken. So zum Beispiel in Funchal in der Rua de Santa Maria. Wenn hier nicht gerade die Restaurants die Tische und Stühle in die Straße gestellt haben, gibt es auf den Türen und Fassaden bunte Grafittis und Bilder zu entdecken. Zu meinen Highlights gehörte definitiv die Tür mit der Meerjungfrau. Aber auch etwas außerhalb der Innenstadt wurde ein blauer Wal auf einer Häuserwand verewigt.

Im malerischen Camara de Lobos wacht dieser bezaubernde Seelöwe aus Farbe und Müll über den kleinen Hafen und ist ein echter Hingucker geworden, der sogar in unserem Hotel als Fotospot empfohlen wurde. Und da sagt noch einmal jemand Madeira sei nur etwas für ältere Menschen.

Madeira Streetart Camara de Lobos

5. Adrenalinjunkies

Wer auf der Suche nach Nervenkitzel ist, ist auf Madeira genau richtig. Da können selbst die manchmal als langweilig geltenden Wanderungen zu einem Highlight werden. Schwindelfrei solltest du hier schon sein, wenn du dich z.B. auf die 589 Meter hohe Plattform Cabo Girao traust. Direkt unter Dir stürzt sich nämlich eine der höchsten Klippen der Welt ins Meer. Und durch den durchsichtigen Boden kannst du bis nach unten schauen und hast das Gefühl zu schweben.

Oder Du wanderst immer an einer schmalen Levada (einer alten Wasserleitung) entlang, deren Weg hinter einem Wasserfall hindurch führt und gönnst Dir eine kalte, natürlich Dusche. Um dann danach durch einen finsteren, alten Tunnel hindurch zu laufen. Da denkst Du so schnell nicht mehr daran, dass Du auf einer „Rentnerisel“ bist.

Meinen heftigsten Adrenalinschub hatte ich wohl bei der halsbrecherischen Gondelfahrt vom Klippenrand des Miradouro do Teleférico das Achadas da Cruz zum Strand. Angeblich 80 Grad in die Tiefe in einer winzigen Gondel, das ist nichts für schwache Nerven. Aber ein unglaubliches Erlebnis und eine unbedingte Empfehlung.

6. Sonnenauf- und -untergänge

Etwas, das völlig altersunabhängig ist, sind Sonnenauf- und -untergänge. Alt und Jung sind fasziniert von diesem Naturschauspiel. Und auch auf Madeira gibt es sehr viele Angebote für Wanderungen oder Fahrten zum Sonnenauf- oder -untergang. Und die sind auf Madeira schon richtig schön und durchaus fotogen. Egal ob ein Aussichtspunkt oder ein Berggipfel, zu Beginn oder Ende eines Tages zeigt sich Madeira in seinem schönsten Licht. Und jeder ist herzlich willkommen, egal ob noch arbeitende- oder nicht mehr arbeitende Bevölkerung. Da kommt es nur darauf an wie gerne man bereit ist den Wecker im Urlaub morgens um halb 5 zu stellen.

Eines ist klar, das Rentnerimage hat Madeira mittlerweile abgelegt. Auch wenn immer noch viele Touristen, die wir gesehen haben, in diese Altersgruppe passen. Aber die Insel ist viel zu schön und hat viel zu viel zu bieten, als dass jüngere Reisende hier nicht herkommen sollten. Vergiss das verstaubte Image und geniesse hier die einzigartige Natur. Die Aussichten, die Landschaften und die Vielfältigkeit macht Madeira für jedes Alter attraktiv. Egal ob Adrenalinjunkie, Aktivurlauber oder (erst Recht) Hobbyfotograf, diese Insel sollte unbedingt auf der Liste eurer nächsten Reiseziele stehen.

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