Mit diesen Tipps verbringst du einen entspannten Urlaub
Die Region der Cinque Terre ist ein absoluter Tourismusmagnet im Norden Italiens. Dabei handelt es sich um fünf unterschiedliche Dörfer in einen Nationalpark zwischen Genua und Pisa. Die kleinen Dörfer haben sich ihren Charme bewahrt und schmiegen sich mit ihren bunten Häusern an die steile Küste. Die Gegend ist nicht nur bekannt für ihr gutes Olivenöl und das hier heimische Pesto, sondern bietet auch Aktivurlauber*innen viele Wanderwege. Bedingt durch ihre spezielle Lage und Gegebenheiten gibt es bei einem Urlaub in Cinque Terre ein paar Dinge zu beachten.Von der Wahl der Unterkunft, des richtigen Gepäcks oder des passenden Fortbewegungsmittels. Nach meinem Besuch dort habe ich sieben Tipps für Cinque Terre zusammengestellt, damit du gut vorbereitet in den Urlaub starten kannst und eine entspannte Zeit dort verbringen kannst.

1. Der richtige Zeitpunkt: Reise außerhalb der Hauptsaison
Im nahe gelegenen Genua legen viele Kreuzfahrtschiffe an und bieten ihren Passagier*innen einen Tagesausflug zu den Dörfern an. Dementsprechend triffst du in der Hauptsaison zahlreiche Menschengruppen mit Reedereischildern. Hinzu kommen Gäste aus dem weltweit bekannten (Promi-) Urlaubsort Portofino, Wandergruppen und Individualreisende. Überall hörst du unterschiedliche Sprachen – englisch, französisch, spanisch und natürlich deutsch. Wenn du Ruhe suchst, dann sind die Dörfer jedenfalls nicht in der Hauptsaison der richtige Urlaubsort. Bereite dich darauf vor, dass du die Ort gemeinsam mit vielen anderen Menschen entdecken wirst. In der Nebensaison im Frühling und späten Herbst wird es dann deutlich ruhiger.
Auch in Bezug auf die Preise ist die Nebensaison zu empfehlen. Wie überall in touristischen Regionen sind dann auch nicht nur die Unterkünfte deutlich günstiger. Für einige Wanderwege benötigst du die kostenpflichtige Cinque Terre Card, die in Ferienzeiten oder an Feiertagen schnell mal doppelt so teuer ist wie in der Nebensaison.


2. Für Aktive: Nutze nicht nur die bekannten Wanderwege
Der Nationalpark Cinque Terre ist ein ideales Reiseziel für Wander*innen. Die Dörfer sind umgeben von Steilküsten, Wäldern und Weinbergen und es gibt ein Wanderwegenetz von rund 120 Kilometern (Quelle: cinqueterre.eu.com). Die beliebtesten sind die Wege, die die fünf Dörfer verbinden. Um sie nutzen zu können, benötigst du die bereits erwähnte Cinque Terre Card. An den Wegen gibt es Kontrollhäuschen, wo du die Karte zeigen muss oder sie auch noch kaufen kannst. Mit einer Variante der Karte kannst du auch die Züge an dem Tag nutzen, es lohnt sich also, wenn du Wandern und Zugfahrten kombinieren möchtest.
Der berühmteste Wanderweg der Cinque Terre ist der Via dell’Amore, der Liebesweg. Es handelt sich eher um einen sehr gut ausgebauten Spazierweg, der Manarola mit Riomaggiore verbindet. Er führt idyllisch an der Steilküste entlang und ist noch einmal mit einem extra Aufpreis belegt.
Ich würde empfehlen auch die Wege zu nutzen, die etwas abseits liegen und zudem kostenlos sind. Eine entsprechende Wanderkarte gibt es an die Infopoints an den Bahnhöfen der Dörfer, online (z.B. auf der Webseite des Nationalparks) oder in der App des Nationalparks. Auf diesen Wegen triffst du auch in der Hauptsaison deutlich weniger Menschen und die meisten bieten beeindruckende Ausblicke auf die Dörfer und die Küste.




3. Gut zu Fuß: Richtiges Schuhwerk einpacken
Urlaub in den Cinque Terre bedeutet gut zu Fuß zu sein. Bis auf Monterosso sind die Dörfer nicht oder nur schwer mit dem Auto erreichbar oder sogar für diese gesperrt. Hinzu kommen unzählige Treppen, Kopfsteinpflaster und steile Berge. Auch wenn du nicht wandern gehen möchtest, erfordern die Wege in den Dörfern ordentliche Schuhe. Die Wanderwege haben es in sich und du brauchst dort ebenfalls gutes Schuhwerk. Im Gepäck sollten Wanderschuhe, Turnschuhe und/oder trittfeste Sandalen nicht fehlen. Absatzschuhe kannst du daher getrost zuhause lassen. Dass die Wanderwege explizit für Flip Flops gesperrt sind, zeigt, dass es offenbar reichlich Menschen gab, die in den Gummilatschen Berge erklimmen wollten.




4. Mehr ist mehr: Bleibe länger als einen Tag
Wir haben uns entschieden in Vernazza zu übernachten und nicht wie von vielen empfohlen außerhalb, z.B. in La Spezia. Der Großteil der Tourist*innen sind tatsächlich nur für einen Tag in den Dörfern unterwegs. Sei es vom Kreuzfahrtschiff, von Portofino oder von Pisa aus. Sie besuchen alle Dörfer nacheinander und sind abends dann wieder zurück in ihrer Unterkunft außerhalb. Das war in Vernazza deutlich zu spüren. Während es tagsüber sehr voll war und sich die Menschenmassen durch den Ort bewegten, war es morgens und abends (vor allem außerhalb der Wochenenden) erstaunlich entspannt und ruhig.
Wenn du die Möglichkeit hast ein paar Tage zu bleiben, kannst du alle Dörfer in Ruhe entdecken und einen deutlich entspannteren Urlaub in Cinque Terre verbringen. Ich persönlich empfand es sehr stressig, einfach nur einmal durch das Dorf zu laufen und dann wieder zum nächsten zu fahren. Es gibt in jedem Dorf einiges zu sehen und jedes ist anders, daher lohnt es sich auch sich alles entspannt anzusehen.




5. Mietwagen ist überflüssig: Zug schlägt Auto
Das ideale Verkehrsmittel, um die Dörfer der Cinque Terre zu entdecken, ist der Zug. Alle Dörfer sind an das Schienennetz angebunden und durch die hohe Taktung der Züge schnell erreichbar. Die Fahrzeit zwischen den Dörfern beträgt nur wenige Minuten und so ist die Fortbewegung sehr bequem. Wenn du die Cinque Terre Card inklusive Zug kaufst, kannst du zwischen Levante und La Spezia unbegrenzt oft fahren und bist sehr flexibel. Natürlich kannst du auch nur eine Strecke nutzen, z.B. den Zug von Vernazza nach Monterosso nehmen und dann nach Vernazza zurückwandern. An den Bahnhöfen gibt es Automaten, an denen du dir die gewünschten Tickets direkt kaufen kannst.
Teilweise ist eine Anreise mit dem Auto gar nicht möglich, da die Dörfer für den Durchgangsverkehr gesperrt sind. In Vernazza z.B. gab es am Ortseingang einen kleinen Parkplatz für vielleicht 10-15 Autos. Bei tausenden von Besuchern täglich könnte man den Andrang mit dem Auto gar nicht bewerkstelligen. Daher ist der Zug ideal und es geht auch viel schneller. Die Züge sind entsprechend gut gefüllt und die Infrastruktur gut ausgebaut.



6. Nicht gut informiert sein: die Trenitalia App herunterladen
Uns hat die Trenitalia App, die App der italienischen Bahn bei der Planung und vor allem am Abend sehr geholfen. Hier hast du schnellen Überblick über die aktuellen Abfahrtszeiten (auch auf deutsch) und Preise der Einzelfahrten. Während die Züge tagsüber z.B: alle 30 Minuten fahren, ist die Taktung am Abend nicht mehr so häufig, so dass wir die Abfahrt von Levante oder Monterosso zurück nach Vernazza besser abpassen konnten. Der Bahnhof ist in Monterosso und Corniglia nicht im Ortszentrum und mit der App haben wir uns lange Wartezeiten am Bahnhof sparen können. Insbesondere wenn du über die Cinque Terre Orte hinaus fahren möchtest, z.B. nach Portofino, La Spezia oder Genua, ist die App überaus nützlich.
7. Bleib nicht nur in den Dörfern und erkunde auch die Umgebung
Die Cinque Terre Dörfer sind nicht die einzigen sehenswerten Highlights der Region. Gerade wenn ihr ein paar Tage länger dort bleibt, könnt ihr euch neben den fünf Dörfern noch einiges mehr ansehen. Neben dem Promi-Urlaubsort Portofino lockt auch ein Tagesausflug nach Pisa oder Genua. Auch Portonevere soll sehr schön sein, wir konnten es allerdings während unseres Aufenthaltes nicht besuchen. Wir sind mit dem Flugzeug über Genua in die Cinque Terre gereist und haben den letzten Tag unseres Urlaubs für einen Besuch dort genutzt und positiv überrascht. Während der Großteil der Restaurants meiner Erfahrung nach in den Orten direkt recht touristisch (und teilweise überteuert ist) ist, trifft man außerhalb auf etwas mehr Authentizität und mehr Einheimische. Nur eine kurze Zugfahrt von Monterosso entfernt haben wir in Levanto mitten in vielen Locals hervorragend Fisch gegessen.




Die Region Cinque Terre ist auf jeden Fall ein lohnenswertes Urlaubsziel. Durch die spezielle Lage an der Küste und im Naturschutzgebiet gibt es ein paar Besonderheiten, um die Dörfer überhaupt besuchen zu können. Darum kann man leider auch ein paar Fehler machen, wenn man sich im Vorfeld nicht richtig vorbereitet. Wie in kaum einem andere Reiseziel in Italien bist du auf Züge angewiesen und zu festem Schuhwerk gibt es kaum eine Alternative. Die zahlreichen Hinweisschilder bis hin zu Verboten (keine Flipflops auf den Wanderwegen) zeigen, dass viele Urlauber*innen dort völlig unbedarft und unvorbereitet hinkommen. Durch die vielen Kreuzfahrtschiffe und das nahe gelegene Portofino kommen außerdem sehr viele Tagestourist*innen, die sich alle Dörfer an nur einem Tag ansehen, was meiner Meinung nach sehr schade ist, gibt es doch viel zu entdecken und zu sehen. Ich hoffe, dass du mit meinem Tipps gut auf deinen Urlaub in Cinque Terre vorbereitet bist, einen schönen Urlaub dort verbringst und ihn richtig genießen kannst.
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